Hund mit Uebungsgeraet

Hilfe mein Hund hat Arthrose! Was kann ich tun?

Fast jeder Hundehalter wird irgendwann mit der Diagnose Arthrose konfrontiert. Meist sind Hundesenioren oder Hunde mit Gelenkfehlstellungen betroffen aber auch junge, gesunde Hunde bleiben nicht verschont. Sporthunde die regelmäßig einer starken körperlichen Belastung ausgesetzt sind, sowie Hunde die häufig Ball oder Frisbee spielen sind besonders gefährdet im jungen Alter an Arthrose zu erkranken.

Arthrose ist nicht heilbar und kann in allen Gelenken auftreten

Zunächst kommt es zu Schädigungen und zum Abbau des Gelenkknorpels. Im weiteren Verlauf der Erkrankung werden die Knochen sowie Bänder und Muskeln in Mitleidenschaft gezogen. Es bilden sich Knochenanbauten und die Beweglichkeit des Gelenks wird eingeschränkt. Wenn dein Hund bereits Symptome wie Lahmheit zeigt, ist die Arthrose meist schon weit fortgeschritten und dein Hund hat schon starke Schmerzen.

Was sind typische Symptome?

  • Anlaufschmerzen: Besonders am Morgen und nach einer längeren Ruhephase bewegt sich dein Hund sehr steif oder lahmt sogar. Nach einer Weile wird die Bewegung wieder flüssiger und er lahmt nicht mehr.
  • Bei nasskaltem Wetter oder Wetterumschwüngen ist dein Hund nur noch langsam unterwegs und will sich kaum bewegen
  • Dein Hund lahmt
  • Dein Hund möchte ungern längere Zeit stehen und legt sich lieber hin
  • Dein Hund ist nicht mehr so schnell unterwegs wie früher und das spazieren gehen strengt ihn sehr an

Leider wird Arthrose häufig ausschließlich mit Schmerzmitteln therapiert. Dabei handelt es sich aber nur um eine symptomatische Behandlung, die Arthrose schreitet weiter zügig fort. Das hat zur Folge, dass die Medikamente nur kurzfristig Linderung verschaffen, die Schmerzen werden immer stärker und die Dosis der Schmerzmittel muss regelmäßig erhöht werden.

Mit einer zielgerichteten Therapie bremst der Verlauf der Arthrose ab

Da Arthrose nicht heilbar ist, ist es umso wichtiger so früh wie möglich dem Gelenkverschleiß entgegenzuwirken. Stelle deinen Hund bei einem Hundephysiotherapeuten vor, dieser wird nach einer ausführlichen Befunderhebung einen maßgeschneiderten Therapieplan für deinen Vierbeiner erstellen. Plane für den ersten Termin 60 – 90 Minuten ein. Es werden dir einige Fragen über deinen Hund gestellt und im Anschluss wird er gründlich durchgecheckt. Falls du eine schriftliche Diagnose oder Röntgenbilder vom Tierarzt hast darfst du sie gerne mitbringen. In der Regel kann man mit 50 € – 70 € für den Erstbefund rechnen.

Bei der Physiotherapie geht es nicht nur darum das betroffene Gelenk zu behandeln, sondern auch Schon- und Fehlhaltungen auf die Spur zu kommen, die ebenfalls Schmerzen verursachen können. So kann beispielsweise ein Hund mit Hüftarthrose durch die Schonhaltung Schmerzen im Schulterbereich haben. Dieser Bereich muss dann zwingend mitbehandelt werden um Folgeschäden zu vermeiden.

Mithilfe von gezielten, aktiven Bewegungsübungen werden die Gelenke bewegt sowieso die Muskeln gekräftigt um die Gelenke zu stabilisieren. Hierfür kommen verschiedene Geräte wie zum Beispiel Balancepads oder Hürden zum Einsatz.
Mindestens genauso wichtig, ist allerding die Behandlung der Gelenke durch den Hundephysiotherapeuten. Mit manuellen Techniken wird das betroffene Gelenk mobilisiert und die Gelenkkapsel gedehnt, dadurch verbessert sich die Beweglichkeit und die Schmerzen werden reduziert.

Eine regelmäßige physiotherapeutische Behandlung kann dazu führen, dass du auf die Gabe von Schmerzmitteln verzichten kannst, vor allem wenn die Arthrose in einem frühen Stadium behandelt wird. Aber auch bei bereits fortgeschrittener Arthrose kann die Dosis deutlich reduziert werden.

Einige der aktiven Übungen kannst du dir von deinem Hundephysiotherapeuten zeigen lassen um den Trainingsplan zu Hause abzurunden. Die Behandlung direkt am Gelenk gehört in fachmännische Hände und sollte nicht zu Hause nachgemacht werden. Um einen Erfolg zu erzielen musst du die Übungen mit deinem Hund mehrmals wöchentlich durchführen und ihn regelmäßig von deinem Hundephysiotherapeuten behandeln lassen. Dein Therapeut hat so die Möglichkeit die Fortschritte zu überprüfen und den Therapieplan gegebenenfalls anzupassen. So kannst du deinem Hund Schmerzlinderung, mehr Beweglichkeit und Lebensfreude schenken. Er wird es dir danken!

 

Gastbeitrag von Stefanie Reimer, die Hundephysiotherapeutin
www.bellini-hundephysio.de